Systemanalyse und Modellierung
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Küste an der Ostsee (Foto: Birgit Hünicke)

Küsteneinflüsse und Paläoklima

In der Abteilung Küsteneinflüsse und Paläoklima erforschen wir in verschiedenen Küstenregionen weltweit langfristige für die Gesellschaft bedeutende Veränderungen des Land-Ozean-Systems. Wir analysieren beispielsweise Schwankungen des Meeresspiegels, die direkt mit einer sich ändernden Küstenlinie zusammenhängen. Oder auch, wie sich klimatische Veränderungen in küstennahen Auftriebsgebieten auf die Primärproduktion und die Fischerei auswirken. Zudem möchten wir wissen, ob und wie sich Stürme in der Vergangenheit verändert haben – sind sie beispielsweise heute intensiver oder treten sie häufiger auf? - und zukünftig verändern werden.

Diese Fragen beantworten wir mit Hilfe statistischer Analysen von langen und einheitlichen Zeitreihen meteorologischer Messwerte und hochaufgelöster Klimasimulationen. Mittels solcher Klimasimulationen, die über mehrere tausend Jahre zurückreichen, stellen wir gleichzeitig den in der jüngeren Vergangenheit beobachteten Klimawandel in eine Langzeitperspektive.

Unser Ziel ist es zu verstehen, was Klimaveränderungen vor dem industriellen Zeitalter verursacht hat. Hierzu analysieren wir auch Extremereignisse, die möglicherweise ohne menschliche Eingriffe auftreten. Die Simulationen werden durch äußere Faktoren wie zum Beispiel die sich wandelnde Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüche angetrieben. Wir testen damit, wie die Atmosphäre, der Ozean, das Meereis oder die Pflanzendecke auf derartige Veränderungen reagieren.

Um herauszufinden, wie verlässlich unsere Modelle sind, vergleichen wir unsere Ergebnisse mit Daten aus natürlichen Klimaarchiven – genannt Proxies – zum Beispiel aus Korallen, Baumringen oder Eisbohrkernen. Auch historische Dokumente werten wir aus und entwickeln unsere Methoden stetig weiter.

Der Blick in die Vergangenheit ermöglicht es uns, Informationen über die zu erwartenden zukünftigen natürlichen Klimaschwankungen zu bekommen und diese in die langfristigen Klimatrends für die nächsten Jahrzehnte einfließen zu lassen. Diese Informationen sind besonders bedeutsam für Stakeholder und die allgemeine Öffentlichkeit.