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HZG-Jahrestagung 2019

Wissenschaft als Basis für Entscheidungen

Zur diesjährigen Jahrestagung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht am 27. Juni kamen Partner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Beschäftigte des HZG in die Handelskammer nach Hamburg. Unter dem Motto „Wissenschaft für Entscheidungen - ein Puzzle aus Erkenntnissen“ erfuhren die rund 350 Gäste mehr zu den Themen der Geesthachter Helmholtz-Wissenschaftler. Schwerpunkte in diesem Jahr bildeten unter anderem der Klimawandel, die Abtrennung von CO2 aus Abgasen mit Membranen und die umweltfreundliche Produktion von Wasserstoff.

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Rund 350 Gäste kamen zur HZG-Jahrestagung 2019. Foto: HZG/Jan-Timo Schaube

Zum letzten Mal begrüßte der wissenschaftliche Geschäftsführer Professor Wolfgang Kaysser die Anwesenden, denn nach 16 erfolgreichen Jahren gibt er den HZG-Staffelstab weiter: Professor Matthias Rehahn, zurzeit noch Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer, Alumni und Fundraising der TU Darmstadt, wird ab September das Forschungszentrum leiten.

Im Gespräch mit Professor Kaysser und Ministerialrat Dr. Peter Schroth, Referatsleiter Werkstoffinnovationen und Batterie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, sowie Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung in Hamburg, ging TV-Moderatorin und Medizinjournalistin Vera Cordes auf das Motto des Abends ein. „Entscheidungsträger brauchen Grundlagen, die auf einer fortschrittlichen wissenschaftlichen Basis entstehen, und die können wir liefern“, so Professor Kaysser. Diese Grundlagen sind wie Puzzlestücke, die zusammengefügt werden müssen, um bei Themen wie dem Klimawandel eine gesellschaftliche Transformation ermöglichen zu können. Die Erkenntnisse aus den Teilbereichen Leichtbau, Energieerzeugung oder Gastrennung beispielweise liefern Hilfestellung dazu.

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V.l.n.r. Prof. Wolfgang Kaysser, Dr. Eva Gümbel, Dr. Peter Schroth und Vera Cordes. Foto: HZG/Jan-Timo Schaube

Dr. Eva Gümbel betonte die große Bedeutung des HZG für Hamburg: „In der Wissenschaftslandschaft Hamburg gibt es viele Kooperationen zwischen den Forschenden in Geesthacht und Universitäten sowie Hochschulen in Hamburg, die einen enormen Mehrwert liefern. Große Herausforderungen können wir nur gemeinsam anpacken“.

Auf den Weg zu weniger CO2 hat sich bereits HZG-Materialforscher Dr. Mauricio Schieda gemacht: Zusammen mit seinem Team forscht er am künstlichen Blatt. Genauer, an einer Methode, um klimaneutral Wasserstoff herzustellen. Der Energieträger Wasserstoff könnte ein Baustein sein, um klimafreundlichere Mobilität zu ermöglichen. Doktorandin Ragle Raudsepp erklärt: „Wir wollen auf einem sauberen Weg Wasserstoff herstellen: mit Sonnenlicht“.

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Henning Scheel und Dr. Torsten Brinnkmann im Gespräch mit Vera Cordes. Foto: HZG/Jan-Timo Schaube

Umweltfreundliche Verfahren treiben auch Membranforscher Dr. Torsten Brinkmann an. Im Gespräch mit Henning Scheel, Business Development Manager bei Flowserve SIHI Germany, spricht der Abteilungsleiter der „Verfahrenstechnik“ aus der Polymerforschung über die langjährige Kooperation mit dem Unternehmen. Ein gemeinsames Ziel ist die Entwicklung von HZG-Membranen für den Umwelt- und Klimaschutz, zum Beispiel zur Abtrennung von CO2.

Forschung für saubere Küsten und Meere – darüber berichtete Dr. Ulrich Callies vom Institut für Küstenforschung. Er hat die Strömung in der Nordsee untersucht und eine Anwendung für die Öffentlichkeit mitentwickelt, bei der die Drift von Objekten berechnet werden kann.

Über die Rolle, die der Klimawandel für das Leben in Afrika heute und in Zukunft spielt, sprach Dr. María Máñez Costa vom Climate Service Center Germany, GERICS. Die Klimaforscherin war mehrfach in Afrika und hat dort eine Menge an Einblicken erhalten und die Menschen vor Ort beraten. Besonders in den Bereichen Landwirtschaft und Fischerei ist schon jetzt ein starker Einfluss durch den Klimawandel zu messen.

Aufgelockert wurde der unterhaltsame Abend durch TED-Umfragen, bei denen sich das Publikum per digitalem Abstimmgerät beteiligen konnte. Hätten Sie’s gewusst? Der Mensch verursacht jährlich Emissionen von insgesamt 6,8 Milliarden Tonnen CO2. Doch nur zwischen drei und vier Milliarden Tonnen davon können von Boden und Pflanzen aufgenommen werden. Das Wasser der Nordsee wird tatsächlich alle anderthalb Jahre einmal komplett ausgetauscht, um nur einige der spannenden Erkenntnisse des Abends zu nennen.

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Prof. Wolfang Kaysser (li) mit seinem zukünftigen Nachfolger Prof. Matthias Rehahn (re) und Vera Cordes. Foto: HZG/Jan-Timo Schaube

Zum Abschluss des Abends traten Wolfgang Kaysser und Matthias Rehahn gemeinsam auf die Bühne. Matthias Rehahn blickt der Zukunft des HZG sehr optimistisch entgegen: „Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben in Geesthacht. Dabei ist der Transfer von der Wissenschaft in die Gesellschaft ein wichtiger Aspekt.“ Die beiden schlossen den offiziellen Teil des Abends gemeinsam ab. Wolfgang Kaysser: „Es erfüllt mich mit Stolz zu sehen, was das HZG im Bereich der gesellschaftlichen und zukunftsrelevanten Themen in den letzten Jahren erreicht hat.“

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Im mobilen Dom gab es 360° Wissenschaft für alle. Foto: HZG/Jan-Timo Schaube

Beim anschließenden Get-together konnten die Gäste viele Exponate aus den verschiedenen Forschungsinstituten erkunden. Ein Highlight: Die neueste 360°-Videoproduktion „Das künstliche Blatt“ in der Virtual Reality-Brille und dem kleinen mobilen Dom.

Impressionen der Jahrestagung